Unter „Kontakt" könnt Ihr mir Eure Fragen zuschicken, ich werde sie Euch dann direkt beantworten und mit Eurer Zustimmung interessante Fragen auch hier veröffentlichen. Also ich freue mich auf eine rege Konversation. Katja

 

Frage von Alex aus Neustadt:

Was ist „Art of running"? Was bekomme ich in Deinem Seminar?

Antwort von Katja:

Art of running", „Die Kunst zu laufen" heißt effiziente Lauftechnik durch reflektiertes Laufen, Zusammenspiel von Nerv und Muskel, Muskelkoordination und spezielle Kraft- und Dehnfähigkeit der Muskulatur. Um diese Aspekte zu optimieren, haben wir über 10 Jahre die wichtigsten Möglichkeiten getestet und die besten herausgefiltert. In unserem Seminaren bekommt jeder Teilnehmer eine Videoanalyse der Lauftechnik und einen Muskelfunktionstest. Nach der Analyse wird eine individuelle Übungsreihe zusammengestellt um „Art of Running" möglichst schnell und einfach erlernen und umsetzten zu können und so nicht nur schneller, sondern auch verletzungsfreier zu laufen. Außerdem gibt es noch das „Art of Running"-Techniktraining, Vorträge über die Lauftechnik, Trainingsaufbau und Verletzungsprophylaxe und eine Stunde im Kraftraum mit speziell entwickelten Übungen für Läufer.

 

Frage von Brigitte aus Essen:

Wie lange hast Du Dich auf Deinen ersten Ironman vorbereitet?

Antwort von Katja:

Mein erster Ironman war 1993 in Roth, ich hatte 2 Jahre vorher zugeschaut und damals haben 2 Freundinnen (Bärbel und Kris) und ich zusammen beschlossen das auch mal zu versuchen. Wir haben uns damals ganz ohne Trainer vorbereitet. Bärbel hatte schon mal einen Ironman gemacht, hat außerdem Medizin studiert und gerade ihre Doktorarbeit über Leistungsdiagnostik geschrieben. Sie hatte also etwas Ahnung. Unsere Vorbereitung lief 2 Jahre, heute bereite ich mich so 2-4 Monate speziell auf einen Ironman vor. Natürlich sind die Voraussetzungen ganz andere. Ich habe jetzt eine sehr breite Grundlage von Jahren im Leistungssport und trainiere regelmäßig. Damals habe ich erst mit Triathlon angefangen. Bin vorher schon gelaufen und ab und zu geschwommen, aber nie so lange Strecken. Daher würde ich jedem Triathlon-Neuling raten sich ein paar Jahre Zeit zu lassen. Am besten ist es ein Jahr Kurzdistanzen zu machen, dann im Jahr drauf schon mal 2-3 Mitteldistanzen und dann im 3. Jahr den ersten Ironman.

 

Frage von Andi:

Was sind Deine Lieblingstrainingseinheiten vor einem Ironman?

Antwort von Katja:

Meine Lieblingseinheit sind die langen Radtouren über 140+ Kilometer, danach laufe ich meist noch so 20-40min.

Am wirkungsvollsten für Ironman-Training sind jedoch die Koppeltrainings. Und da gibt es viele Variationsmöglichkeiten. Von einfachen 2h Rad und 2h Lauf im GA1 Bereich über 3h Rad mit Kraftausdauer und 1h Lauf GA1 zu 3-4h Rad mit Intervallen im Ironman-Tempo und einem Tempodauerlauf angeschlossen. Je nach Trainingszustand, Zeitpunkt und Schwächen oder Stärken setze ich die Einheiten ein.

 

Frage von Markus aus Helmstadt:

Welcher Ironman eignet sich besonders für einen guten Radfahrer? Ich möchte mich für Hawaii qualifizieren und radfahren ist meine Stärke, leider gibt es oft Gruppen bei Ironman-Rennen in Europa. Du bist doch schon viel in den USA gestartet, wie ist es denn dort?

Antwort von Katja:

Als gutem Radfahrer würde ich Dir bergige, selektive Radstrecken empfehlen. Wobei ich 2 Arten guter Radfahrer unterscheide. Die „Kraft-Fahrer“, die sehr gute Zeitfahrer sind, meist etwas schwerere Fahrer, die oft einen großen Gang über lange Strecken bewegen können, Fahrer mit sehr gut ausgeprägter Kraft-Ausdauer und die Kletterer, die schnell einen Berg hochkommen, oft aber Probleme im Wind oder auf flacheren Teilstücken bekommen, da sie von Statur aus meist klein und leicht sind. Der Ironman Lanzarote ist das Rennen für starke „Kraft-Fahrer“. Sicher vom Profil eine der anspruchsvollsten Radstrecken der Ironman-Serie und meist ist es dazu noch sehr windig. Mit der schweren Radstrecke ist auch im Vergleich zu anderen Ironman-Rennen der prozentuale Anteil, den man auf dem Rad verbringt, länger als beim Laufen und Schwimmen. Das Laufen ist vom Profil nicht mehr so anspruchsvoll, allerdings sollte man mit Hitze umgehen können, denn die Laufstrecke liegt in Puerto del Carmen und dort ist es meist einige Grade wärmer und hat eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit. Der Ironman Wisconsin hat auch eine sehr anspruchsvolle Radstrecke, wie Lanzarote für kraftvolle Radfahrer geeignet. Allerdings ist das Training hierfür etwas anders zu gestalten, denn es handelt sich nicht wie auf Lanzarote um längere Anstiege, sondern kleinere Anstiege über die gesamte Strecke verteilt. Und man hat sehr viele scharfe Kurven auf Abfahrten. Also sollte man auch ein technisch guter Fahrer sein, was auf den amerikanischen Strecken eher selten zum Anforderungsprofil gehört. Und in Wisconsin ist auch die Laufstecke recht anspruchsvoll, trotzdem keine Strecke für „Speed-Läufer“, spezielle Laufkraftausdauer ist hier gefragt. Also der Ironman für den kraftvollen Triathleten! Der Ironman Lake Placid hat auch eine anspruchsvolle Radstrecke, hier kann ich nicht aus eigener Erfahrung sprechen, aber nicht ohne Grund sind Steve Larsen und Thomas Hellriegel, beides ausgezeichnete Radfahrer, seit 1999 und 2001 unter den Bestzeiten auf der Strecke, nur Simon Lessing war 2004 schneller. Der Ironman Nizza ist mit einem Anstieg von Meereshöhe auf über 1000m ein Rennen für gute Kletterer, allerdings kommt es auch hier auf den letzten 60km nach den Bergen zu Gruppenbildungen. Aber zu dem Zeitpunkt hat sich wenigstens schon die Spreu vom Weizen getrennt. Laufen ist dann flach und sehr schön entlang der Uferpromenade. Florida und Arizona würde ich dagegen starken Radfahrern eher nicht empfehlen. Die Strecken sind zu flach und man kann hier seine Stärke, wie Du ja schon gesagt hast, nicht richtig ausspielen. Beides Rennen für Hitzebestandige. Arizona: heiß und extrem trocken. Florida: heiß und exrem hohe Luftfeuchtigkeit. Canada hat zwar ein paar Steigungen auf der Radstrecke, doch die sind bei weitem nicht so anspruchsvoll wie auf Lanzarote, in Nizza und Wisconsin. Coeur d’Alene hat auch eine anspruchsvolle Radstrecke, aber dazu kann ich in 2 Monaten mehr sagen (dort werde ich dieses Jahr starten). Zusammenfassend ist das Rennen für den starken Radfahrer auf jeden Fall Lanzarote, gefolgt von Wisconsin und für Kletterer unter den Radlern Nizza.

 

Frage von Vanessa aus Heidelberg:

Was motiviert Dich noch jeden Tag im Training nach 13 Jahren Leistungssport? Und was willst Du noch erreichen?

Antwort von Katja:

Triathlon war schon mein Hobby und wurde dann erst, als ich gemerkt habe, dass ich etwas erreichen kann, mein Beruf. Es macht mir einfach Spaß, ich trainiere gerne, bin gerne draußen in der Natur, denke viel nach bei langen Waldläufen über dies und das und die Welt, habe Spaß am Training mit Freunden, liebe das Gefühl, wenn ich fitter und schneller bin und bin ganz einfach gerne fit. Außerdem bin ich ein Mensch, der immer Herausforderungen sucht, sich Ziele steckt und diese verfolgt. Ein Ziel im Sport ist sicher immer noch die Top 5 auf Hawaii zu schaffen (6. war Katja 2005), und ein weiterer Ironman-Sieg wäre auch ganz toll, aber eigentlich freue ich mich über jede gute Leistung im Training oder im Wettkampf. Jetzt, da ich auch andere Sportler betreue, ist es für mich auch immer ein besonderes Erfolgserlebnis, wenn eine(r) meiner Sportler(innen) einen persönlichen Rekord aufstellt oder ein hochgestecktes Ziel erreicht.

 

Frage von Wolfgang aus Neckargemünd:

Kurze Frage, beim Dehnen stretcht man doch die Muskeln und nicht die Sehnen, oder auch ein klein wenig die Sehnen? Sehnen verkürzen doch nicht, oder?

Antwort von Katja:

Sehnen  können sich im Laufe des Lebens verkürzen, wenn man sie nicht ausreichend bewegt/dehnt. Sie verkürzen sich nicht so stark wie ein Muskel, vielleicht sollte man hier eher von einem Verlust an Elastizität sprechen..... bei Ruhigstellung nach einer Verletzung oder z.B. bei Frauen, die immer hohe Schuhe tragen, kommt es zu einer richtigen Verkürzung, diese muss dann wieder aufgedehnt werden, was oft sehr langwierig und auch schmerzhaft sein kann... deshalb sieht man auch in der Nachbehandlung von Verletzungen mehr und mehr von Ruhigstellungen (z.B. Gips) ab. Das Dehnen im Sport spricht hauptsächlich die Muskulatur an und hat den Sinn, Bewegungseinschränkungen und Muskeldysbalancen zu vermeiden, den Muskeltonus nach dem Training wieder herabzusenken und damit eine bessere Durchblutung zu erreichen. Außerdem kommt es meiner Meinung nach zu einer starken Verminderung des Verletzungsrisikos. Ich halte Dehnen vor und nach dem Training für sehr sinnvoll. Es ist Voraussetzung für gute Leistungen im Sport.


FAQs