18.07.2016 15:17 Alter: 2 yrs

Tips Teil 5 - Wie teile ich mir die Strecke ein?




Der Startschuss fällt und das Wasser fängt an zu kochen, Zuschauer sehen nur brodelndes Wasser, wild sich bewegende Arme - so sieht ein Triathlon-Start aus. Nach ein paar Minuten legt sich diese Anfangsunruhe und die Schwimmbewegungen werden ruhiger, die Schwimmer finden Ihr Tempo. Da ein Kurztriathlon für die schnellsten 2 Stunden und für viele von Euch mehr als 2 Stunden dauert, ist Krafteinteilung sehr wichtig. Wer in den ersten Metern schon Vollgas gibt, wird es später schwer haben.

Für diejenigen, die gewinnen wollen oder ganz vorne mitmischen, ist ein schneller Start wichtig, um in der richtigen Gruppe mitschwimmen zu können. Für alle anderen gilt: lieber etwas ruhiger starten und schnell einen guten Rhythmus finden, in dem Ihr dann die Strecke durchschwimmen könnt. Fast alle Schwimmweltrekorde wurden gebrochen, indem die Sportler fähig waren, die zweite Hälfte der Strecke nochmal schneller zu schwimmen. „Wer zu schnell startet, verliert immer später mehr als er am Anfang gutgemacht hat. Das gilt im Triathlon für alle 3 Disziplinen.“ sagt Katja Schumacher.

Nur - wie findest Du das richtige Tempo für Dich? Beim Schwimmen bist Du immer nur auf Dein Gefühl angewiesen, denn da kannst Du auf keine Uhr schauen, Du musst das Tempo einschätzen. Wie immer beim Sport hilft da Training, wenn Du im Schwimmbecken zum Beispiel 15x 100m schwimmst, mit einer kurzen Pause von 5-10sec zwischen jedem 100m-Intervall kannst Du ganz schnell das Tempo finden, das Du über 1500m halten kannst.

Beim Radfahren kannst Du Dich an Deinem Puls orientieren, wenn Du einen Pulsmesser hast. Allerdings musst Du vorher testen, wo Deine persönliche Grenze liegt. Jeder Mensch ist anders, der Pulsschlag ist immer individuell zu werten. Du kannst einen Leistungstest machen und so Werte bestimmen lassen, wobei da eine bergige Strecke wie der Heidelbergman anders zu fahren ist als eine flache Strecke. Auf einer flachen Strecke ist es immer am schnellsten, ein möglichst gleichmäßiges Tempo (Pulswert) zu halten. Bei Bergstrecken hast Du intensive Belastungen und dann auf den Abfahrten Erholungspausen.

„Für den Heidelbergman würde ich die Strecke in Bergetappen einteilen und testen, bei welcher Intensität (Pulsbereich) kann ich auch auf der zweiten Runde die Berge noch im gleichen Tempo fahren wie auf der ersten.“ sagt Katja. „Die meisten starten auch hier am ersten Berg zu schnell. Grundsätzlich gilt immer, lieber progressiv fahren als zu schnell in den Berg reinfahren. Ein Triathlon ist lang genug, Du hast viel Zeit Dich zu verausgaben.“

„Beim Laufen in Heidelberg habe ich mir immer gesagt: Es sind ja eigentlich nur 5 Kilometer, die ich laufen muss. Denn nach dem Wendepunkt geht es nur noch runter.“ verrät Katja. Das ist eine kleine mentale Stütze. Trotzdem musst Du den Berg raufkommen und da solltest Du an den ersten steilen Stücken den Schritt verkürzen und lieber etwas langsamer laufen, um dann, wenn es oben am Philosophenweg etwas flacher wird, Deinen Rhythmus zu finden und etwas Tempo aufzunehmen. Bergab kannst Du dann alles geben was Du noch an Kraft hast, die 800m Flachstrecke um die Wechselzone am Schluss schaffst Du dann auch noch, da sind genug Zuschauer zum Anfeuern.

Es hilft immer die Strecke zu kennen, zu wissen wie lang die Berge sind, die auf Dich zukommen und gut trainiert und vorbereitet in den Wettkampf zu gehen.

Also auf geht’s zum Training! Viel Spaß!